Inspiriert durch einen Kommentar von Bloggergewinnspiele, der netterweise auf mein immernoch laufendes Gewinnspiel aufmerksam gemacht hat, will ich nun in einer kleinen Serie mal meinen Werdegang (und damit den dieses Blogs) darlegen, sowie euch einen Einblick in meine Ansicht der Blog-o-Sphäre geben. Das ganze unterteile ich in 5 “Finger”, die innerhalb der nächsten Wochen nach und nach folgen werden.

Ich erlaube mir mal, ihn hier zu zitieren:

“[...] Seit wann gibt es denn diesen Blog? Könntest du mal eine Serie verfassen, in der du schreibst wie du den Blog optimiert hast und bekannt gemacht hast?
Ich klick ja auch teilweise auf die AdSense Werbung, ist ja für einen guten Zweck, aber das es gleich so viel ausmacht…”

1. Moralpredigt

Wie sicherlich schon irgendwann mal irgendjemand gesagt hat: “Nur durch Ermahnungen lernt der Mensch”. Genau dieses Prinzip will ich hier anwenden, denn einen Blog startet man nicht einfach so. Ein Blog ist etwas, was Zeit benötigt, was gepflegt werden will, was Zuneigung braucht. Am besten vergleicht ihr ihn mit einer Frau oder einem Haustier. Ist im Prinzip das selbe… (kann es aber nicht ersetzen! :) )
Welche Bedingungen muss der Ottonormal-Ich-werde-jetzt-Blogger-Mensch also erfüllen? Innerhalb meines ersten Jahres im Blogging-”business” (denn bloggen ist mittlerweile mehr als nur ein “Tagebuch” führen) kristallisierte sich einiges heraus, was ich anfangs niemals bedacht oder gar umgesetzt hätte. Heute würde ich die Grundvoraussetzungen in diese 4 Bereiche eingliedern:

  • Geduld, Ruhe und Zeit
  • Spaß an der Sache
  • Den Willen
  • Soziale Fähigkeiten

Stecken diese vier Grundsätze im Kopf, steht eigentlich nichts mehr im Wege. Zeit ist fürs erste das A und O. Wer keine Zeit hat und denkt, er könne ein Blog mal so nebenher betreiben, irrt sich. Besonders in der Startphase benötigt ein Blog verdammt viel Betreung, sonst geht da garnichts. Direkt verbunden mit der Zeit sind Ruhe & Geduld. Actio et reactio gilt beim Bloggen nur bedingt. Vorallem in den Kinderschuhen wird oft keine Reaktion (geschweige dem Trackbacks) auf Beiträge kommen. Wie auch, man ist ja schließlich unbekannt. Geduld ist also in den ersten Monaten so wichtig wie Schokoladeneis. Mit der Zeit wird man bekannter werden und Stammleser bekommen – doch all das braucht Zeit.
Essentiell und leider oft von Money-Bloggern (gewinnorientierte Blogger) ignoriert wird der Spaß an der Sache. Blogging ist ein Hobby, keine Arbeit (natürlich gibts auch Ausnahmen). Macht selbiges keinen Spaß, dann sollte man lieber den PC ausschalten, in den Garten gehen und anfangen, Modellflugzeuge zu basteln. Wer sich selbst überwinden muss, sollte garnicht erst damit anfangen. Man sollte sich bewusst sein, dass man sich mit der Zeit sozial in der Szene etablieren wird, d.h. dort präsent sein wird. Ist die Anwesenheit dort mehr eine Pflicht als eine Freude, wird das nicht funktionieren.

Damit bin ich auch schon beim Willen angekommen. Wie bereits erwähnt, funktionierts nicht ohne Spaß, selbiges gilt aber auch für den Willen. Wer zwar Spaß am Bloggen hat, jedoch nicht den Willen es anzufangen, bewegt sich ebenfalls auf dünnem Eis. Kurz gesagt: Ohne die Motivation, etwas zu tun, tut sich nichts.

Solltest man als potentieller Blogger all diese “Mindestanforderungen” erfüllen, steht einem nichts mehr im Weg.

1.1 Was ist eigentlich ein Blog?

Oder besser: Was bedeutet ein Blog?
Ein Blog ist viel mehr als das klassische “Tagebuch”, als das er ursprünglich konzipiert wurde. Klar schreiben auch heute noch viele Menschen über sich selbst, die wohl größte Contentquelle die es jemals geben wird. Aber kaum einer – sieht man mal von Diensten wie blog.de, etc. ab – widmet sich ausschließlich seinem eigenen Leben. Die meisten schreiben über ihre Interessen (Apple, Gadgets, Kunst, Fähigkeiten, …) und lassen dafür einen großen Teil des eigenen Lebens aussen vor, was quasi eine entprivatisierung des Blogs bedeutet. Es wird noch über persönliche Erlebnisse gesprochen, allerdings kaum mehr über Gefühle (vgl. klassisches Tagebuch) sondern eher über Gedanken, Weltanschauungen und Einstellungen.
Andererseits gibt es viele Blogger, die bereits eine Mischung zwischen Blogger und Journalist darstellen: Sie berichten auf ihren Blogs über News und Tratsch eines bestimmten Themas und lassen damit die Grenze zwischen Blog und Newssite verschwimmen. Bei solchen Sites ist der Informationsgehalt oft extrem hoch, während der persönliche Teil nahezu bzw. ganz auf der Strecke bleibt. 

Ich will aber zum eigentlichen Punkt kommen, den ich heute bei fast allen Bloggern wiederfinde. Aus dem alten Tagebuch, welches auf sozialer Ebene viel höher geschätzt wird als ein Buch (“Liebes Tagebuch…”) entwickelte sich durch die Feedbackmöglichkeit des Blogs (Kommentare, Trackbacks) eine soziale Vernetzung. Als Blogautor ist man nicht der unbekannte Mensch im Hintergrund (zumindest bei den meisten Blogs), sondern vielmehr ein Teil der Community. Über die Zeit hinweg knüpft man Kontakte, redet mit anderen Gleichgesinnten (Bloggern) und entwickelt besondere Beziehungen zu “verwandten” Autoren. Was folgt ist eine Präsens innerhalb dieser Community, eine Daseinsberechtigung, Kommunikation. Man tauscht sich aus, diskutiert über neue Keywords/Methoden, verknüpft sich und trifft sich eventuell sogar mal “live”.
Unterstützt wird diese Art der Vernetzung durch Microbloggingdienste wie Twitter, IRC-Rooms, den allseits bekannten Messengern und Foren, welche wiederum einen Informationsaustausch (und -bereicherung) ermöglichen. All dies trägt dazu bei, dass man sich innerhalb dieser Atmosphäre etabliert, einrichtet und wohlfühlt.
Im Gegenzug versteht sich von selbst, dass unsoziales Verhalten wie im “echten Leben” (denn nichts anderes ist es) geahndet wird. Blogger, die auf ihr Ego hören, werden es gewiss nicht leicht haben und sich wahrscheinlich schnell Feinde machen. Ist man freundlich, wird einem ebenfalls freundlich begegnet (zumindest in 98% der Fälle), ist man allerdings unseriös/unfreundlich oder gar aufdringlich, wird wohl das Gegenteil der Fall sein.

Was also bleibt ist die Erkenntniss, dass ein Blog viel mehr bedeutet, als der Name verspricht. Unter dieser Fassade eines Themes steckt eben oft viel mehr, als für den Leser ersichtlich ist.

Ach und übrigens, um auf den Kommentar zurückzukommen, dieser Blog hier ist 11 Monate alt. :)