In 5 Schritten zum erfolgreichen Blog #2 – Der Anfang
Nun will ich zum zweiten von insgesamt 5 Teilen meiner kleinen Einführung ins Bloggen kommen.
2. Der Anfang
Aller Anfang ist schwer, auch der im Bloggen. Zwar eröffnet das Internet uns (vorallem die “junge Generation”) ungeahnte Möglichkeiten, sich selbst zu publizieren, vernetzen und bekannt zu machen (man denke nur an Facebook & Co.), aber trotzdem erleichtert einem das den Einstieg ins Bloggen kaum. In der Tat stosse ich auch heute verdammt selten (um nicht zu sagen nie) auf Lektüre, die einem angehenden Jungblogger den Ein- und Aufstieg erklären oder vermitteln könnte. Es gibt tausende von Ebooks über Geld verdienen, Vermarktung und SEO (da kommen wir später noch zu), jedoch unglaublich wenige, die einem die Grundlagen dazu offerieren.
Beschäftigt man sich mit dem Internet, so kommt man zwangsweise nicht um Blogs herum. Allerdings glaube ich auch, dass der durchschnittliche Internetbenutzer keinen Gedanken daran verschwendet, einen eigenen Blog zu betreiben. Hier würde ich sogar gerne noch einen Schritt weiter gehen und sagen: Dem Leser ist oft garnicht bewusst, dass explizit eine Person hinter diesem Blog steckt. Er sieht in erster Linie den Content und nicht dessen Herkunft. Da präsentiert sich einem zwangsweise die Frage, wie denn die meisten Blogger zu ihrem Hobby kamen!?
Vermutlich lasen einige gerne Blogs und fingen an, sich für selbige zu interessieren. Natürlich ein Weg, die Tür zum Bloggen zu finden. Der zweite und aus meiner Sicht häufigste Wegweiser ist allerdings PHP bzw.
HTML oder generell Webdesign. Jeder, der sich mit Webdesign (also die Kreation, Gestaltung und Erstellung von Seiten) beschäftigt, wird sich schwer um Blogs drücken können, denn oft sind genau dort die guten Tutorials zum Thema zu finden. Lernt man dann noch das heutzutage fast mit Ketten an HTML gebundene PHP (zumindest hier in Deutschland, in Amerika auch zunehmend ASP.NET & ColdFusion), erreicht man oft über die konzeptierung einer eigenen Website die fertigen CMS und landet schließlich bei WordPress.
Blogger sind also verbunden mit Websprachen, ich denke 95% aller Blogger beherrschen diese auch (zumindest Teilweise), die Jugendblogger (“Tagebuch”) mal nicht mit einberechnet. Ich denke es steht ausser Frage, dass Kentnisse in PHP & HTML vorteilhaft sind, um nicht zu sagen sie sind essentiell. Ein Blogger, der kein HTML beherrscht ist auf kurz oder lang aufgeschmissen.
2.1.1 Einstieg über PHP, HTML und CSS.
Was bleibt also? Ich empfehle allen Neueinsteigern vorerst PHP und HTML zu lernen. PHP & HTML sind nicht nur nützlich, um einen Blog zu betreiben, sondern helfen auch dabei, das Internet besser zu verstehen. Grundwissen, das Blogger haben sollten (meine Sicht).
Keine Angst, HTML ist nicht schwer zu erlernen und ist das Prinzip einmal verstanden, ist es nahezu lächerlich einfach. PHP ist zwar schwieriger für Leute, die vorher noch mit keiner anderen Programmiersprache in Kontakt gekommen sind, aber lange nicht unschaffbar. Ich sage nicht, dass man zum PHPCrack mutieren soll, denn selbst ich beherrsche PHP nur soweit, wie es nötig ist (OOP & MySQL sollten aber drin sein
) und glaube nicht, dass es nötig ist, sich in die Tiefen der exzessiven Programmierung zu begeben. Sollte dies einem allerdings unglaublichen Spaß machen, dann nur zu!
Nachdem man sich auf selfhtml etwas über die dem Web zugrunde liegenden Techniken gewühlt hat, bietet es sich an, eines der vielen Tutorials über HTML zu konsumieren und direkt im Anschluss sich auch CSS zu widmen. Beherrscht man dies, besitzt man bereits die Voraussetzungen, gutes HTML und strukturiertes CSS zu produzieren und damit die optimalen Vorkenntnisse um PHP zu lernen. Quakenet bietet dazu ein sehr, sehr gutes Tutorial an.
Sollte man das durchgezogen haben (ich schätze wer schnell lernt sollte das in spätestens 2 Wochen draufhaben) ist man optimal vorbereitet um einen eigenen Blog zu betreiben
2.1.2 Einstieg über (Web)design
Der zweite, aus meiner Sicht oft genutzte Einstieg ist der, des Webdesigns. Viele Menschen haben eine kreative Ader und fangen irgendwann an, diese in Photoshop & Co. auszuleben. Webdesign ist, sofern man es beherrscht, eine schöne und befriedigende Arbeit und eröffnet einem ebenso das Tor zum Bloggen. Früher oder später wird man auf einen Blog zur Publikation der einen Werke setzen und kann selbigen dann später auf größere Themenbereiche ausdehnen.
Die meisten Webdesigner lernen HTML & CSS übrigens auch quasi “nebenher”, denn ohne die zwei läuft da nichts.
2.1.3 Einstieg ohne diese “Hilfen”
Selbstverfreilich kann man einen Blog auch ohne die oben genannten “Pfade” betreiben. Es ist möglich und vorallem einfach, solange man nicht ernsthaft vorhat, einen “großen” Blog auf einer eigenen Domain zu betreiben. Hier steht man letztendlich nur vor der Qual der Wahl des richtigen Anbieters (blog.de, wordpress.com, etc…).
Trotzdem empfehle ich aus Erfahrung, dass man besser fährt, wenn man etwas Erfahrung mitbringt, die man sich durch PHP & HTML eben aneignen kann. Nichtsdestotrotz liegt die Entscheidung natürlich bei einem selbst.
2.2 Einrichtung der Blogumgebung
Bitte nicht verwechseln mit “Einrichten des Blogs”, denn so weit sind wir noch lange nicht. Vorerst muss für einen Blog eine geeignete Atmosphäre geschaffen werden, vergleichbar etwa mit dem Blumentopf einer Pflanze.
Was benötigt man also? Im grunde nur 2 Dinge.
2.2.1 Die Domain
Die Domain wird einmalig gewählt und ist danach nicht mehr änderbar. Oft verwenden Blogger gerade bei etwas persönlicheren Blogs ihren eigenen Namen (www.maxmustermann.de zum Beispiel). Manchmal werden die Namen auch leicht abgewandelt, bzw. gekürzt (www.mamu.de – für Max Mustermann).
Manchmal sind die Domains auch frei erfunden, wie z.b. meine Domain hier: Apfelknacker.de. Das ist mir damals einfach so in den Sinn gekommen (würde ich heute auch nicht mehr machen, aber was solls).
Ebenso gern benutzt sind Themenrelevante Begriffe, die dem Leser anhand der URL bereits das Thema des Blogs geben (“katzenblog”, “geldblog”, “unterwaescheblog”, etc… (frei erfunden))
Hat man sich letztendlich für eine Domain entschieden (und ich empfehle hier, sich Zeit zu lassen. Einfach mal ein paar Tage lang einen Blog mit sich führen und Ideen sammeln), so bleibt zu klären, ob die gewünschte Domain überhaupt noch frei ist. Oft sind mehr Domains vergeben, als man denkt und leider viel zu oft ist die Wunschdomain schon vergeben. In diesem Fall heist es kreativ sein, sich für eine andere Endung entscheiden (Achtung, variierende Preise!) oder sich mit einem anderen Domainnamen zufrieden geben (der allerdings erstmal gefunden werden muss).
Kleiner Tipp: Domains, die die Endung in den Namen mit einbeziehen (typisches Beispiel: bullypara.de) sind besonders auffällig und prägen sich mehr Lesern ein – sie kommen also wieder.
2.2.2 Webspace oder eigener Server
Ist die Domain gefunden, muss ein passender Hoster gefunden werden. Es gibt zigtausende Anbieter, einer besser als der andere und leider auch ein paar schwarze Schaafe. Ich selbst bin bei Alfahosting.de, mit dem ich bisher total zufrieden bin. Hier bleibt jedem aber die freie Wahl (und damit Qual).
Als weiterer Schritt muss die Entscheidung gefällt werden, ob ein eigener Server oder nur Webspace gekauft werden soll. Die Vor- bzw. Nachteile habe ich mal versucht in einer Liste zusammenzufassen:
Eigener (Virtual) Server
- Mehr Leistung, kann mehr Besucher abfertigen
- Meist viel Speicher
- Oft mehr Funktionen
- Kann auch zu anderen Zwecken dienen (Mailserver, Gameserver, etc.)
- Hohe Kosten (>20€ im Monat)
- Mehr Verwaltungs- und Administrationsaufwand
- Erfordert mehr Kentnisse (gerade bei Linuxsystemen)
Webspace
- Kostet vergleichsweise wenig
- Weniger Funktionen
- Nicht so leistungsfähig, neigt also zu Lags
- Bricht bei großem Besucheransturm zusammen
- Weniger Speicher
- Evtl. Trafficlimit
Eins vorweg: lasst euch nicht von der Anzahl der hier aufgelisteten Punkte leiten. Eigentlich ist ein Server immer besser als Webspace, aber eben leider auch um einiges teurer. Gerade in den ersten Monaten ist es für die meisten eine Überwindung, 20€ und mehr (das geht weit aufwärts, so billig bekommt man eigentlich nur einen VServer) für einen eigenen Server auszugeben. Man muss sich also entweder für den zukunftssicheren Server (der Linuxwissen voraussetzt) oder den billigen Webspace entscheiden. Ich habe übrigens bis heute nur ein Webspace-Paket, das selbst die Last mehrerer Domains verkraftet. Kostet mich grobe 5€ im Monat und macht glücklich
Was gibts sonst noch zu beachten?
Ganz wichtig: Trafficlimit. Die meisten Server haben eine Trafficflat, bei Webspace siehts meist anders aus. Man sollte unbedingt darauf achten, dass man entweder eine Flat bekommt oder aber ein angemessenes Volumen raushauen kann. Denn mit steigender Nutzerzahl steigt auch das Trafficvolumen – Und oft werden Übertretungen dieses Limits mit hohen Kosten verbunden.
Selbstverständlich muss der Server/Webspace PHP, MySQL und mod_rewrite beherrschen, sonst läuft WordPress oder nahezu jede andere Bloggingsoftware nicht. Wenn das nicht genau angegeben ist, einfach mal nachfragen, auch wenn heutzutage fast jeder Anbieter das inklusive hat.
2.3 Einrichtung des Blogs
Ist die Hürde genommen, den richtigen Hoster zu finden, gehts ans Eingemachte. Man spielt den Blog auf. Eigentlich setzen alle Blogger auf WordPress, da dies sich mittlerweile zu einem quasi-Standard entwickelt hat und auf großer Bandbreite unterstützt wird. Um WordPress auf seinen Space zu bekommen, lädt man sich das Paket herunter, entpackt es, läd es auf seinen eigenen Webspace hoch und folgt dann einfach den Anweisungen in der readme.html.
2.3.1 Das richtige Theme finden
Der erste Eindruck ist der wichtigste. Dies gilt um so mehr für Blogs, denn wird man schon mit einem überhaupt nicht ansprechenden Theme begrüßt, ist der Tab schnell geschlossen. Es gilt also, ein gutes, übersichtliches und vorallem ansprechendes Theme zu finden und auf seinen Blog zu laden. Wer Zeit, Lust und den Mut hat, sich gleich eins selbst zu basteln, kann das natürlich gerne tun. Für alle anderen gibt es genügend Seiten, die kostenlose WordPressthemes anbieten.
2.3.2 Notwendige Plugins
WordPress läuft “from scratch”, d.h. ohne Plugins. Mit wird es aber noch viel besser. Eins sollte klar sein: Es gibt keine goldene Regel, wahrscheinlich würde sogar jeder Blogger andere Plugins für den Start empfehlen. Einige davon sind notwendiger als andere, einige sehen einfach nur gut aus.
Ich empfehle für den Anfang ein beliebiges SEO-Plugin (davon gibts wahrscheinlich mehr als ich Haare aufm Kopf hab, deshalb nenn ich jetzt kein bestimmtes), das Google XML Sitemap-, das Simple Trackback Validation-, das WordPress Database Backup-, sowie das (weniger wichtige) WP-PageNaviplugin. Mit diesen Plugins ist man für den Start gut ausgerüstet, natürlich kann und sollte diese Reihe an Plugins später noch erweitert werden.
2.4 Vernetzung
Höchste Priorität sollte am Anfang vorallem dem Bekanntheitsgrad zukommen. Es ist wichtig, dass man ein eindeutiges Signal an das weite Web sendet und sagt “Ich bin da, wer noch?”. Dabei behilft sich eigentlich jeder Blogger mit ein paar Hilfsmitteln.
2.4.1 Verzeichnisse und Buttons
Es gibt sie wie Bäume im Wald und eins ist unnützer als das andere: Blogverzeichnisse. Ganz ehrlich, ich habe bisher in noch keinem Verzeichnis länger gestöbert als nach einem Taschentuch wenn ich eine Packung in der Hand habe. In meinen Augen relativ nutzlos, ist aber eine subjektive Ansicht. Trotzdem muss man natürlich mitmachen. Meldet euren Blog also in allen möglichen Blogverzeichnissen an und baut deren Buttons ein. Sieht meistens scheisse aus, aber darauf kommts nicht an, denn vorerst erfüllen sie ihren Zweck und lotsen vielleicht den ein oder anderen zusätzlichen Besucher auf euren Blog.
2.4.2 Social Bookmarks
Ich merke soeben mal wieder, wie dämlich sich “soziale Lesezeichen” anhört. Egal, bleiben wir bei Social Bookmarks. Social Bookmarks werden von vielen, vielen Diensten angeboten. Typischerweise digg, Mr. Wong (uah!), StumbleUpon (wobei dies eine etwas abgewandelte Form der SB darstellt) und yigg. Diese Portale stellen interessante Links oft auf ihrer Hauptseite vor, ein geeignetes Besuchertor also. Gerade StumbleUpon erweist sich oft als nützlich, da die User hier im wahrsten Sinne des Wortes über euren Blog stolpern.
Um diese Dienste für euch arbeiten zu lassen, müsst ihr nichts anderes tun, als nach jeder Beitragsveröffentlichung den soeben verfassten Artikel in diesen Diensten einzutragen. Wird auf Dauer lästig, aber hilft. Ist euer Blog dann weitgehend bekannt, übernehmen dies wahrscheinlich sehr schnell auch die User. Natürlich nur bei Spitzencontent.
2.4.3 Microblogging
… hat nichts mit der Mikrowelle zu tun, auch wenn diese durch sie wohl öfters mal in Erwähnung kommt. Microblogging Dienste (in aller Regel Twitter) sind nichts anderes als Blogs in kleinem Maßstab, in denen man seine aktuelle Tätigkeit angibt. Neben “koche Nudeln für Oma” kann man dort auch auf kürzlich erstellte Beiträge aufmerksam machen und somit seine Gefolgsschaft (“Follower”) eventuell gezielt auf diesen Beitrag ansetzen. Ausserdem stärkt Twitter den sozialen Zusammenhalt, man ist sozusagen in seiner eigenen kleinen Community und unterhält sich dort, dazu könnt ihr aber anderswo genug lesen.
So, das wars fürs erste mal in 2000 Wörtern für die Einrichtung des Blogs. Im nächsten Teil geht es dann um die Zielsetzung und das Thema des Blogs. Bis denne

Am 12.09.2009 um 02:02
Da fragt man sich beim lesen ja schon, ob man nicht irgendwie auf den Kopf gefallen ist.
Am 30.09.2011 um 16:40
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