Nachdem ich bei Mario über den Beitrag zur Werbeblindheit gestolpert bin, habe ich mir einige Gedanken dazu gemacht. Die schon oft gesehene Zwickmühle eines Bloggers ist die, dass entschieden werden muss, ob auf dem Blog Werbung geschaltet werden soll, oder nicht. Da diese Problematik meist in einem Beitrag angesprochen wird, um Feedback der Stammleser einzuholen, artet das eigentlich immer in eine riesige Diskussion aus, in der einige Stammleser ihre Treue zum Blog trotz Werbung beteuern, andere jedoch meinen der Blog würde deutlich an Qualität verlieren.

Zuerst einmal bleibt zu sagen: Natürlich verliert der Blog dadurch teilweise sein Ansehen. Ein Blog ohne Werbung ist einfach seriöser als ein Blog, der mit Werbung zugepflastert ist. Hier gilt die Devise: Möglichst wenige und vorallem diskrete Werbeformen wählen. Ein kleiner nicht animierter Banner zieht das Vertrauen sicher nicht so runter wie ein Full Banner mit Flash und blinkblink.
Ich behaupte aber, dass es für keinen Blog einen Grund gibt (ausser den oben genannten) Werbung nicht als Monetarisierungsmethode zu verwenden. Dabei kommt nämlich genau der von Mario angesprochene Effekt der Werbeblindheit zur Anwendung.

Schauen wir uns das ganze doch mal am Beispiel Geldkrieg.de an. Auf seiner Hier-Werben-Seite findet man einen Screenshot, der die Position der Werbeplätze verdeutlichen soll:

http://www.geldkrieg.de/wp-content/uploads/2008/10/screenshot.png

Man sieht in rot deutlich die Werbeflächen, welche auf den ersten Blick unglaublich viel und vorallem sehr direkt positioniert scheinen. Zusätzlich bleibt die Frage offen, warum die Sidebar nicht auch als Werbeträger benutzt wird.

Schauen wir uns aber an, wie dieses Layout auf die 2 Lesertypen wirkt. Zum einen hätten wir da den Stammleser. Hier spreche ich aus meiner eigenen Erfahrung und kann sagen, dass sich nach sehr kurzer Zeit eine art Gewohnheit einstellt, diesen Blog zu lesen. Gewohnheit in dem Sinne, dass ich die Werbung nicht beachte, sondern gleich zum Content springe. Der Punkt ist ja, dass der Content (bzw. dessen Anfang, also die ersten Sätze) immer an der selben stelle sind. Etwas weiter unten auf der Seite, links. Mein Auge springt automatisch dort hin, weil ich mit dem Blog vertraut bin und weis, dass dort Content zu finden ist. Hier haben wir wieder den Effekt der Werbeblindheit und gleichzeitig den Beweis, dass Werbung Stammlesern nicht schadet. Man übersieht sie einfach mit der Zeit, da sich eine Routine beim lesen einstellt. Für die Feedleser (ich gehöre nicht dazu) ist das ganze sowieso egal, denn sie bekommen die Beiträge ja sowieso nie in ihrer originalen Umgebung zu Gesicht.
Warum also für die Stammleser auf die Werbung verzichten? Genau dieses Publikum ist es, welches die Werbung am Ende am wenigsten bemerkt, aber am Anfang am meisten meckert. Durch diese “Phase” muss man einfach durch, aber nach einer Zeit wird keiner mehr irgendetwas sagen. Erst recht nicht, wenn das Thema nicht explizit in einem Beitrag irgendwo angesprochen wird, also eine aktuelle Diskussion ist.

Der negative Punkt dieses Verhaltens ist natürlich der, dass Werbung bei Stammlesern wenig Beachtung und damit eine geringe Klickrate findet. Kann aber meistens egal sein, da der Advertiser auf solche Dinge nicht achtet. Wenn doch, ist es immer besser, auf seiner Hier-Werben-Seite auch den Google-Anteil der Besucher anzugeben.

Und mit diesem Anteil wären wir nun auch beim anderen Teil des Publikums, nämlich den Google Besuchern oder auch Gelegenheitslesern. Diese finden durch eine Verlinkung oder eben durch Suchmaschinen einen Beitrag und sehen die Seite mit Werbung vor sich. Stört diese Werbung nun? Ja, das tut sie. Schließlich muss sich der User nun durch den Werbewald zum Conten vortasten. Der Clou dabei: Das wird er tun. Kaum einer wird das Fenster einfach schließen oder woanders danach suchen, denn: Er hat ja explizit nach dieser Information gesucht. Er kommt von Google/Yahoo/etc und will genau das Wissen, was auf genau dieser Seite steht.

Bleibt also im Fazit zu sagen, dass Werbung ein wirklich kleines Übel ist. Stammleser übersehen sie meist und Suchmaschinenbesucher schreckt sie auch nicht ab.