Warum “Cloudmusik” mich jetzt schon stört.
Apple hat Lala übernommen, das ist mittlerweile bekannt. Viele Blogs spekulieren nun darüber, was sich Apple aus diesem Dienst verspricht. Wird es in Zukunft Musik gestreamt geben? Wird das Streamen den normalen Musikkauf abschaffen? Ich glaube nicht.
Das Prinzip von Lala ist bekannt: Man kann Musik “in der Cloud” kaufen, d.h. zahlt nur 10 Cent pro Song und kann damit das Lied unbegrenzt oft anhören. Ein ganzes Album schlägt mit 80 Cent zu buche, immernoch deutlich weniger als ein einziger Song bei iTunes (0,99€). Der Haken: Der Titel “gehört” einem nicht wirklich, er wird nur gestreamt. Dies hat auch zur Folge, dass man die Musik eben nur am PC mit der entsprechenden Software hören kann. Runterladen und Abspeichern is nich, ebenso wie die Mitnahme auf dem iPod.
Apple hat mit dem iPhone allerdings eine Plattform, die genau da ansetzen könnte. iTunes müsste seine Mediathekfähigkeiten deutlich ausbauen und dann auch erlauben, Musik nicht nur lokal auf der Platte zu verwalten, sondern ebenfalls aus der Cloud. Durchaus denkbar, einfach umsetzbar und sogar sinnvoll. Die Erweiterung dieses Konzepts durch das iPhone macht ebenfalls Sinn: Da das Telefon permanent über eine Internetverbindung verfügt, könnte man die bei Lala gekaufte Musik nun auch unterwegs genießen! Eine rießige Musikbibliothek in der Tasche, ohne groß Speicher zu verbrauchen.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Der User muss sich weder um das Runterladen, noch um die Synchronisation der Tracks kümmern. Ein einfacher Klick (oder auch ein “Touch”) genügt, um die gewünschte Bedudelung sofort zu starten. Dazu kommt, dass das iPhone dadurch extrem Ressourcen einsparen kann. Platz auf dem Speicher für die Musik braucht man nicht mehr, einige Gigabyte würden für das Telefon ausreichen. Warum ist dies als0 keine gute Idee?
Folgendes Szenario zur Verdeutlichung: Ich kaufe meine gesamte Musik bei Lala und freue mich, dass ich sie nun unterwegs hören kann. Ich gehe also aus dem Haus und wähle auf meinem iPhone einige Titel. Hier tritt das erste Problem auf: Viele Gegenden außerhalb der Städte (und manchmal sogar innerhalb) sind noch ohne UMTS, d.h. es steht EDGE mit seiner maximalen theoretischen Bandbreite von 473,6 kBit/s ( = 59,2 KB/s) zur Verfügung. Theoretisch würde diese Bandbreite reichen, um sogar MP3-Streams mit 320kbps flüssig zu übertragen, praktisch tut sie das aber nicht. Mit meinem iPhone lassen sich mit EDGE (übrigens egal wo, habe schon viele Standorte ausprobiert) nicht einmal 128kbps (ich höre nichts mehr unter 256 kbps AAC) Radiostreams übertragen. Diese werden andauernd neu gebuffert und von Hörerlebnis kann nicht die Rede sein. Solange also nicht flächendeckend UMTS zur Verfügung steht, kommt soetwas nicht in Frage.
Weiter im Szenario: Ich steige also in den Zug ein und fahre in die nächste Stadt, denn dort gibt es UMTS. Irgendwann, auf halber Strecke, sehe ich, wie mein iPhone von “E” auf “3G” umschält und ich öffne freudenstrahlend dem Musikplayer. Doch kaum höre ich einige Sekunden, stockt die Musik – Der Zug fährt durch einen Tunnel. Was also, wenn man mal keinen Empfang hat? Auf Musik verzichten, nur weil man in der Pampa (oder in einem Gebäude) ist? Undenkbar für mich.
Nachdem mein Hörversuch also bereits zweimal im Sand verlaufen ist, bin ich endlich aus dem Tunnel raus und freue mich auf schnelles 3G und damit meine Lieder. Da grinst mich auch schon die “20% Batterieladezustand”-Meldung an, die ich als Grund nehme, mein iPhone in den Müll zu katapultieren. Bei voller (und dauerhafter) Nutzung von UMTS hält der Akku höchstens 5 Stunden, was nicht aktzeptabel ist.
Solange also diese Probleme nicht aus dem Weg geschafft sind, sehe ich für Cloudmusik keine Zukunft. Und deshalb bleibe ich dabei, mir meine Musik aus iTunes zu kaufen, sie auf meine Platte zu laden und dann zu Synchronisieren. Das dauert zwar Zeit und kostet Geld, aber immerhin gehört mir meine Musik dann auch, und ich kann sie überall mit hin nehmen, wo ich sie haben will.

Am 12.12.2009 um 09:48
Du hast vor einiger Zeit Spotify vorgestellt, das mind. 1GB Liedgut auf dem Computer zwischenspeichert. Lieder, die du häufig hörst, könnte auch das iPhone mit dem supermegatollen iTunes und dem ultramodernen Streamsystem auch in Empfangslöchern Musik wiedergeben.
Am 15.12.2009 um 14:21
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Am 15.01.2010 um 00:46
Ich halte generell von den ganzen Apple Diensten nichts. Ist ne Grundlegende Meinung.